… ist ein Frühaufsteher. Mitten in der Nacht schleicht er sich aus dem Haus und zieht die Öljacke tief ins Gesicht. Seine scharf geschliffenen Messer sorgen für einen blitzschnellen und schmerzfreien Tod. Noch während sein Opfer über diesen merkwürdigen Tagesanfang nachdenkt, gleitet es bereits hinüber in die andere Welt.

Der Auftragskiller meines Vertrauens ist ein ganz lieber, der immer ein paar nette Geschichten zu erzählen weiß und der sich mit dem Charakter der Möwen extrem gut auskennt. Kopfschüttelnd betrachten wir drei fette Exemplare, die sich im Hafen um ein Stück Fischhaut streiten. Jede der drei Möwen hält einen Schnipsel der Haut im Schnabel fest und nun zerren sie alle drei daran herum. „Die können das über Stunden“…. sagt er und lacht… „obwohl hier viel größere Hautstücke herum schwimmen“. Nun gut, denke ich, Möwen sind halt nicht die Schlauesten und doch erinnern sie mich an uns Zweibeiner. Aber auch wir sind ja auch eher schlichten Gemüts.

Blöderweise bin ich heute zu lang mit dem Hundefräulein gelaufen und komme zu spät zum verabredeten Treffpunkt. Immerhin ist er noch da und putzt gerade sein Messer.

„Oh…. ich bin zu spät?“ stelle ich bedauernd fest. Aber er schüttelt den Kopf, greift in die Tiefe seines Bootes und zieht zwei lebende Dorsche hervor. Ich schlucke, während er ihnen eins mit dem Holzklöppel über den Kopf zieht. Er arbeitet rasend schnell und die beiden Dorsche sind so schnell tot, enthauptet, entbeint und gehäutet, dass sie es gar nicht mitbekommen haben.

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