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An Tagen wie heute, an denen ich einen „Zwischentag“ habe frage ich mich, ob ich eigentlich bekloppt bin. So ein Zwischentag sieht für den Angestellten aus, als hätte ich frei. Tatsächlich aber, habe ich jetzt zehn Stunden am Rechner verbracht und mit job-related-Erledigungen in der bankfurter City. Dass ich viel arbeite, entgeht natürlich dem Raubritter-Amt nicht und so durfte ich erneut einen horrenden fünfstelligen Betrag in die Vereinskasse unseres hübschen Landes zahlen. Dies entgeht auch den Gesundheitskassen nicht, die mich langsam krank machen. Es läuft also alles darauf hinaus, dass ich etwa ein gutes halbes Jahr arbeite, um all diese Begehrlichkeiten des Gemeinwohls zu befriedigen, was ich gerne täte, wenn ich nur das Gefühl hätte, es lohnte sich.

Nun ist es auf der Insel sooooo herrlich, dass ich gerade neu rechne. Mehr auf der Insel rumzuhängen wäre doch eine super Sache. Ich könnte 6 statt 4 Stunden mit dem ollen Fräulein durch die Gegend schlüren, ich könnte endlich ein Algen-Makramé machen, mir die Nase im Lieblingscafé verbrennen, dummes Zeug mit irgendwelchen Leuten schnacken, und mich endlich den Schreibprojekten widmen, die ich mir fürs Alter eh vorgenommen habe. Gelegentlich führe ich aufs Festland und verdiente mein Geld mit demselben Business wie jetzt auch. Nur halt weniger. Weniger Verdienst würde ja auch weniger Beitrag für die Vereinskasse und weniger Kohle für die Krankenzocker bedeuten. Übrig bliebe mir vermutlich gleich viel.

Bleibt, die Regelung mit den inneren Schweinehunden Eitelkeit und Ehrgeiz, neu zu treffen. Sie sind zwei fiese Gesellen, die an der Leine zerren und knurrend im Schatten liegen, wenn man sie nicht gelegentlich jagen lässt.

A pro pos „jagen“…. Liebe Jäger: ich weiß nicht, ob man derzeit Rehböcke jagen darf. Vermutlich eher nicht. Aber wenn man schon nicht schießen kann, dann sollte man wenigstens einen tüchtigen Schweisshund dabei haben, der das arme Tier schnell findet. Ansonsten rennt das angeschossene Reh vom Acker über den Deich bis raus aufs Meer. Dort stirbt es langsam auf der Sandbank und hinterm Deich steht die verwitwete Ricke und sieht aus den Augenwinkeln den vermeintlichen Schützen davon sprinten. Sehr unfein.rehsand

Aber zurück zum verlängerten Schlür und der Frage, sich zu verweigern. Ich bräuchte auch weniger Geld für Handtaschen, Schuhe, Kostüme. Der Mann könnte mir die Haare kürzen und der Hund ernährt sich eh selbst auf der Insel. Irgendwer verschlingt nächtens Kaninchen. Und netterweise wird zumeist ein Skelett oder auch ein bisschen mehr zurück gelassen. Das olle Fräulein freuts. Zielsicher holt sie sich die Reste der nächtlichen Hasenfresserei aus dem Acker, lässt sich am Wegesrand nieder und macht eine kleine Frühstückspause. Am Strand findet sie Fischköppe und ich spare Futter wie blöd. Wenn wir jetzt noch Kartoffeln und Pfefferminze pflanzen, brauche ich auch weniger einkaufen….. hm…..

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