Der Herzensmann opfert sich und begleitet mich auf eine zweistündige Hunderunde um die Dörfer herum. Vermutlich hat er ein kleines schlechtes Gewiss‘chen, weil er ganztägig bei des Fischers Geburtstag verbrachte. Ein Männergelage aus Schnaps und den absolut besten insulanischen Fischfrikadellen, großen Weltthemen und derben Witzen über ihre besten Stücke. Obwohl man ja zumeist den Frauen Geschwätzigkeit nachsagt denke ich doch, dass es sich hierbei um eine Projektion handelt. Ich jedenfalls könnte nicht geschlagene sieben Stunden mit Freundinnen ratschen. Sorry Mädels – falls ihr das jetzt lest.

Kurz vor dem heimatlichen Dorf stehen zwei Mütterpferde mit ihren beiden Fohlen. Während ich noch schwärme von ihrer Schönheit, hat der Herzensmann bereits laut gelacht und die vier aufgefordert, herbei zu kommen. Ich schmunzle und er läuft los zum Gatter. Dort steht er, als die vier tatsächlich im schnellen Galopp angelaufen kommen und ihn am Gatter begrüßen.

„Oh ihr wunderschönen Braunen“…. spricht er und beginnt sogleich Gras zu rupfen.

„Hier… das ist viel besser als das auf eurer Wiese“…. er gibt es der ersten Pferdemutter.

„Hmmm…. lecker ist das. So jetzt kommt aber dein Baby dran“…. weiteres Grasrupfen.

„Jetzt sei mal nicht so dominant“…. Schimpfend mit der einen Mutter, die das andere Fohlen verscheucht.

„Jaaa…. So hübsch seid ihr“…. weiteres Grasrupfen.

„Ich würde ja sofort den Elektrozaun abschalten und euch das Gatter öffnen, aber dann krieg ich Ärger mit dem Bauern“…. Weiteres Grasrupfen.

Der Hund wimmert genervt – nicht ahnend, dass er gestern Ross auf dem Speiseplan hatte – und geht in der Zwischenzeit ein paar Mäuse suchen.Foto (8)

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