Schlagwörter

, , , ,

mit der Freundin aus der Puddingstadt liegen hinter mir und ich finde mich schniefend im Schweinestall wieder. So vieles habe ich leichtherzig verteilt und entsorgt. Zur großen Verwunderung der Freundin bin ich vollkommen zufrieden mit nur einer einzigen Vase.

Die anstehende Reduktion auf das Wesentlich empfinde ich als wohltuend und ich bin froh, die Stadt mit dem grauen Deckel hinter mir zu lassen. Aber.

Jajajaaja immerzu Aber. Ich habe mir diese Stadt in die ich zum Herzensmann zog, schwer erarbeiten müssen. Die ersten beiden Jahre habe ich eigentlich nur gekotzt, ständig nasse Füsse, permanent neue Gummistiefel und immer den entnervten Blick zum grauen Himmel. Die Freundin lernte ich nunmehr auch schon vor zehn Jahren kennen. Sie zog den Grauschleier der Teutostadt zur Seite und machte die erste große Ausnahme. Ein Licht… mitten da drin.

Ich fand die Menschen dort schrecklich, nannte sie Popelinjackenträger und lief kopfschüttelnd durch den Wald, in dem man nicht zurück grüßte. Die Freundin ist anders. Sie leuchtet von innen heraus und hat meine ganze Abscheu liebevoll ertragen, umformuliert, erklärt und mir Waldmeisterteppiche gezeigt. Sie hat mir die Tür geöffnet zu dieser ostwestfälischen Welt und ist mit mir zehn Jahre durch den Regen gelaufen, glockenhell lachend und albernd. Als sie von der Insel wieder nach Hause fährt, dorthin, wo ich die letzten elf Jahre auch zu Hause war und es irgendwie auch noch bin, da öffnen sich auf der Sonneninsel meine Schleusen und ich weine.

So leicht ist es, sich von Dingen zu trennen. Die sogenannten Erinnerungen…. die werfe ich leicht ins Altpapier, denn ich hab sie eh im Herz. Aber meine Freundin und meine Freundinnen, die kann ich nicht lassen und kann sie nicht mitnehmen. Also werde ich immer wieder zurück kehren, ihretwegen. Und ich werde sie herholen müssen. Diese Veränderung tut weh.

Das große Haus zu verlassen und in ein kleines ziehen ist nicht schwer. Das Schönste am großen Haus waren unsere Sylvesterparties, Gartenparties und Sommerfestchen mit Freunden von überall her. Die können wir hier oben auch feiern. Den Regen zu verlassen und zumeist im Sonnenlicht zu leben ist leicht. Die Teutoberge und das viele Grün…. Ich werde es immer wieder besuchen müssen und dann mit den Freundinnen so tun, als wäre ich gar nicht weg. Denn inmitten all des grauen Himmels, des vielen Regens und den schrecklichen Ostwestfalen, habe ich so herrliche Freundinnen gefunden. Gestandene Frauen mit Herzen, Hunden, Geist und den weltlängsten Rastazöpfen. Ohne sie kann ich nicht leben, drum werde ich immer wieder zurück kehren und mit der Dichterin um den See laufen, Welt- und Kinderthemen besprechen. Werde mit Shiva, die die weltlängsten Rastazöpfe hat, Fragen der Pflanzen und der Zwischenreiche eruieren. Werde mit Svenja, die seit tausend Jahren auf meine Texte für die Homepage wartet, durch die sandige Sennelandschaft laufen und überhaupt alle Fragen besprechen und werde mit Syria, meiner leuchtenden Freundin, der Meisterin des Familienbetriebs so tun, als ob nichts verändert wäre. Achtsam werde ich darauf bedacht sein, sie bei mir zu behalten…. So wie dieses Sommerkleid, dass ich seit 30 Jahren mit mir herumschleppe und das mir immer noch passt. So will ich es mit ihnen auch halten.

kleid

Advertisements