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pilz

 

 

und habe mich für einige Zeit hier niedergelassen.

Dieser herrliche Pfahl inmitten der weiten Dünenlandschaft am Meer, lässt mich mal kurz durch schnaufen. Kaum ein Mensch hier und das ist soooo angenehm! Wissen Sie: die zerren immer alle gerne an mir rum. Jeder beansprucht sich für mich, jeder will mich haben und wenn ich dann da bin, hält man mich oft nicht aus. Die Frau, die mich herbei sehnte und ihren Mann verabschiedete, sitzt nun heulend in ihrer neuen Bude und beschimpft mich als Einsamkeit. Das habe ich nicht verdient.

So mancher sucht mich, besonders in Krisenzeiten. Und wenn ich dann auftauche, ist die Verwunderung oft groß. Der Mann, der seinen Chef so derart hasste, dass er seinen Job für mich aufgab, sitzt nun bei einem Lebensberater herum und beklagt, dass ich in sein Leben trat, nennt mich nutzlos und beklagt seine Geldnot.

So manch einer flüchtet sich in meine Nähe und landet dann inmitten einer Kundgebung vermeintlicher Freiheitskämpfer, die doch nichts anderes wollen, als die Freiheit vor dem, der mich suchte. Die einen glauben, mit mir an der Seite dürfe man Frauen belästigen und in aller Ruhe die Damen ins Haus zurück schicken. Die anderen glauben, mit mir an ihrer Seite, dürfe man wirklich jeden Scheixx behaupten und sich grausam mit Molotowcocktails bewehrt über Flüchtlinge hermachen. Ja wo sind wir denn?

Neulich – nun gut, es ist ein bisschen was her – stand ein Politbonze vor mir und wollte mich Demokratie nennen. Als ich dann aber begriff, dass die Wahlmöglichkeiten doch deutlich begrenzt sind, habe ich mich schnell wieder vom Acker gemacht. Nun ja, sie missbrauchen meinen Namen, meinen guten Willen und gehen überhaupt ganz schlecht mit mir um.

Ich habe mich immer gern her geschenkt, aber jetzt zieh ich mich zurück. Ich sitze hier in aller Ruhe auf meinem herrlich angemoosten Pfahl herum und denke über Menschen nach, die mich so sehr wünschen, herbei lieben, fürchten  und verachten. Sie können mich mal – so mein Zwischenfazit.

Ich bin hier und ich bin nicht so klein, wie Sie bei meinem Anblick vermuten könnten. Ich lasse meine Sporen in aller Heimlichkeit fliegen. Die ziehen hinaus und sind wie ich: lassen sich keine Grenze setzen aber setzen sich fest. Überall und klammheimlich. Meine Töchter und Söhne sind meine Väter und Mütter. Wir unterscheiden das nicht. Wir sind Ihre Freiheit. Ob Sie wollen oder nicht. Also entspannen Sie sich. Ich bin eh immer da, egal wie Sie zu mir stehen!

 

 

 

 

 

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