Schlagwörter

, , , ,

stehe ich abends mit dem Hund am Meer, in der Nähe wo man Henning und Uwe gefunden hat. Ein Hubschrauber hat ihre Körper im Meer treiben sehen und die Rettungsschiffe alarmiert, die die beiden dann aufnahmen.

Dort, wo ich am Strand stehe, haben Menschen gelbe und weiße Rosenköpfe hinterlassen.

Die Insel rätselt über diese Tragödie und wir alle analysieren hin und her, was passiert sein könnte. So…. als wenn wir endlich die Ursache fänden, diese dann auch beheben und die beiden zurück kehren lassen könnten. Mit den beiden hat man Wrackteile gefunden, aber nicht das große Wrack. Wenn wir wüssten, wo es liegt und warum es zerbarst, könnten wir es reparieren, wieder fahren lassen und die beiden wieder auf den Steuerstand und ans Netz stellen.

Stattdessen explodiert der Himmel rot im Westen und wirft sein zartes Licht in den Osten.

Das Meer hat kein Gedächtnis und erzählt uns nichts darüber, was am Vortag hier war.

Während ich am Wasser stehe frage ich mich, was sie in den letzen Minuten erlebt haben. Bei vier Grad Wassertemperatur stirbt man schnell. Sie haben keinen Notruf abgesetzt, aber einer von beiden trug einen Rettungsring.

Als sie im Wasser landeten muss es schon dunkel gewesen sein. Das Schiff gesunken. Und zwei Männer treiben im Wasser. Was haben sie getan, gesagt, empfunden?

Was haben sie einander gesagt?

Ich wünschte, sie hätten einen dummen Witz gesagt, so mitten am Abend, erfrierend im Meer.

Aber vermutlich haben sie geschrien, gefleht, geschwiegen bevor es still wurde.

7feb3

Advertisements