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Bei mir wohnt schon lange eines, aber erst seit heute weiß ich, wie es aussieht. .

Seufztiere sind von sehr unterschiedlicher Gestalt, einfach weil ihr Lebensraum, je nach Mitbewohner sehr untierschiedlich aussieht.

Die Einen sind groß und beherbergen kleine Menschen.  Die Anderen sind klein und werden von Menschen beherbergt. Wiederum andere Seufztiere bewegen sich in unserer direkten Umgebung.  Es gibt Seufztiere, die einem den Kummer nehmen und es gibt Seufztiere, die einem das Glück verlängern. Meine Lieblingsseufztiere sind Rehe, die sich leider einer Abbildung entziehen, denn wenn ich mit dem Hund laufe, kann ich – insbesondere im Winter – nur den Hund halten, die Rehe auf kurze Entfernung bewundernd beobachten, aber auf keinen Fall fotografieren. Ich müsste das Handy aus der Tasche pfriemeln, aufklappen, Handschuhe ausziehen,Hundeleine zwischen den Knien parken, und dann mein Herzensseufztier fotografieren, anstatt ihm in die rehbraunen Augen zu schauen. Sie verstehen, dass ich diese luziden Momente beim frühmorgendlichen Herumlaufen, das schon mal zwei Stunden dauern kann, leider nicht ablichte.

Neben den Seufztieren gibt es die Fabelwesen. In meinem Leben ist dies ein Bussard, der morgendlich neben der Anlage für Grünabfälle wartet, bis wir mit dem Auto den Schleichweg entlang kommen, um ans Meer zu fahren. Sekundenpünktlich fliegt er auf, begleitet uns für einige Meter und zieht dann seiner Wege  – flugbahnlich natürlich -. Auch ihn kann ich aus – hopefully verständlichen Gründen – nicht ablichten.

Neben den Seufztieren und den Fabelwesen, gibt es dann noch die Wirwollenauch-Tierchen. Dieses sind – zumindest in meinem Leben – Rattentierchen der merkwürdigsten Form. Meiner Freundin Ilka geht es ebenso und so kam es vermutlich, dass die Odenwälder Rüsselratte auftauchte, neben der Ratte hinter der Mauer, der Ratte aus dem Loch – pssst…. die fast so aussieht, wie das möchtegernwindige Fräulein – und natürlich der Drachenrattenwurm, der ebenfalls ein Jäger ist.

Das Universum ist also bunt und unser herzliebster Nachbar, der mit Herzproblemen in der Klinik liegt ist, immer noch nicht zu Hause, obwohl die Docs dies angekündigt hatten. Seine Frau lässt allabendlich das Esszimmerlicht brennen und hat ein beleuchtetes Herz ins Fenster gestellt. Als ich spätabendlich mit dem Möchtegernwindigen Tier dem Mond nachlaufe, und den Landratten ein freundliches Wort ins Ohr zu flüstern versuche, brennt immer noch das beleuchtete Herz.

 

soifztier

 

 

 

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