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nach einem viel zu langen Winter, der ja dann doch kein Winter war, habe ich mich tatsächlich mit Grippenbronchitis zwei Wochen ins Bett gelegt. Der arme Mann musste alles übernehmen und selbst den Hund flanieren führen. Das lasse ich mir normalerweise in keinem Aggregatszustand abnehmen, aber tatsächlich ging es nicht anders.

So eine Krankheit kann ja ganz schön gesund sein, wenn man nix isst, nix an Wein trinkt und sich sogar vor Zigaretten ekelt.  Als die Beine mich wieder trugen, kamen die weltbesten Eltern zu Besuch und so zwei Stunden am Tag konnte ich sogar das ein oder andere Happening mitmachen. Das ist irgendwie das Schöne am Inselleben: man kriegt Besuch und man darf dann ohne schlechtes Gewissen, die ganzen Sachen machen, die sonst nur die Touristen machen: Die Quallen-Kita im Aquarium besuchen, das Rathaus von Lübeck bestaunen, mit der Fähre nach Dänemark übersetzen, die schönsten Strände zeigen, die jetzt besonders schön – weil noch leer – sind.

Tag für Tag streckt man ein bisschen das Phönixköpfchen aus der Asche und reckt sich, streckt sich, läuft wieder selbst mit dem möchtegernwindigen Hund und den zerbröselt es dann auch. Nicht mit Grippe, aber mit Spondylose. Die abendlichen Schmerzattacken kamen nicht vom Gewächs im Mäulchen, sondern vom Rücken. Nun gut, mit umgerechnet 91 Jahren darf man es auch mal im Rücken haben. Aktuell nimmt das Kortison etwa 25 Jahre zurück, das Tier flitzt am Tag über die Sandbank und abendlich hilft das Pillchen in einen schnellen Schlaf.

Auch die Sonne hatte es zerbröselt und sie hat sich lange nicht sehen lassen, was der allgemeinen Zerbröselung dann irgendwie noch die Krone aufsetzte. Aber auch der graue Deckel am Himmel ist nun endlich wieder abgezogen und Licht, Wärme und Kräfte kehren zurück. Auch die Urlauber kehren langsam zurück. Freitag werden Campingplätze und das insulanische Kino wieder öffnen. Die Strandparkplätze werden noch angehübscht, die Bauern fahren die untergestellten Wohnwagen aus den Winterlagern und auch die Restaurants öffnen wieder. In zwei Wochen wird hier die Hölle los und Winterschlaf nebst Zerbröselungen vergessen sein.

Nachdem ich nun mehr als die Hälfte meiner freien Zeit mit Zerbröselung zugebracht habe, werde ich nun noch ein paar gesunde Tage insulanisch geniessen, bevor die Sache mit dem Chappi-verdienen mich wieder aufs Felstland reisen lässt. Aber noch habe ich frei…..wenn man von Umzug, Buchhaltung und Artikel fertigschreiben absieht. Nur gut, dass der Mann das Wochenende festlandig im Didgeridoo-Workshop verbringen wird. Das gibt mir Gelegenheit, mal wieder nach Herzenslust Schreibtischarbeiten zu pflegen.  Vermutlich werde ich das anstehende Pflichtprogramm zugunsten lieb gewordener Gewohnheiten leicht abändern und mal wieder nach Herzenslust bloggen, oder Fotos sortieren, oder einfach Löcher in den blauen Himmel starren.

flitzpiepe

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