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sind vom Festland herüber gekommen und beackern die Felder. In großen Konvois hat man sie herüber gebracht, auf dass sie hier ihre Arbeit tun. Sie wohnen in eilig hingestellten Holzunterkünften und überall hört und sieht man sie in ihrem geschäftigen Treiben. Wenn sie die Rapsernte eingefahren haben, karrt man sie wieder zu anderen Erntebaustellen in die Lüneburger Heide oder sonst wohin. Einige von ihnen werden im Sommer von rechtschaffenen Bürgern erschlagen werden, andere werden in der Kälte des Herbstes sterben und die wenigen Überlebenden dürfen sich dann ausschlafen.

leiharbeiter

Der wunderbare Mann hat vom Nachbarn Schillerlocken bekommen und wir fahnden im weltweiten Netz, ob denn unsere schmale Allgemeinbildung stimmt, und Haifische dafür ihr Leben lassen müssen. Obwohl also der Dornhai kurz vor dem Aussterben ist, fressen wir munter weiter. Dem Mann wird übel und mir auch. Ich starre auf den Thunfisch in meinem Salat und gelobe mal wieder Besserung.

Wir sind die schlimmsten Raubtiere, die die Natur je hervor gebracht hat und wir nutzen das uns geschenkte Hirn so wenig. Während ich die Zitterspinne im Bad betrachte überlege ich, ob ich ihren Nachwuchs am Leben lassen werde. Vielleicht habe ich Glück und eine Konkurenzspinne erledigt das, so dass ich mich weiterhin als guter Mensch fühlen darf.

Das möchtegernwindige, alternde Fräulein fegt tagsüber lustig über die Deiche und erntet Bewunderung für das Verhältnis aus Alter und Fitness. Abendlich muss ich ihr immer häufiger Schmerzmittel verabreichen und bange packe ich mein Köfferchen.

Eine Woche werde ich unterwegs sein: Frankfurt-Jena-Gießen-Frankfurt.

möwe

Ich hoffe auf geschmeidige Temperaturen und geschmeidige Kundschaften, auf geschmeidige Tage und eine kommode Reise. Ich liebe meinen zigeunernden Job. Darf man das heute noch so sagen? Vermutlich nicht, aber ich schon. Jahrelang bin ich ihnen gefolgt, zu den Ferias in Andalusien, zu ihren Treffen in Südfrankreich. Ich habe mir wie sie, Rosmarin ans Revers geheftet, ihrer Musik gelauscht und mit den Rosenverkäufern in frankfurts Flamencoschuppen Nächte durchtanzt, nachdem sie zur Sperrstunde den Rolladen herab gelassen hatten. Ich finde, ich darf das so sagen.

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