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dann werde ich vielleicht doch noch der Text, der ich hätte werden sollen.

Die Schreiberin hatte sich für den Abend dringlichst vorgenommen, einen bahnbrechenden Text zu schreiben. Nur mit dem Thema war sie sich nicht sicher. Eigentlich sollte das längst fällige Inselgeheimnis gelüftet werden, warum hier oben ein weiteres Andalusien liegt. Nein, nicht wegen der Rinder und auch nicht wegen der vielen Sonne. Im übrigen hat es ausgerechnet heute Abend, also einen Tag vor der längsten Nacht, zu regnen begonnen. Die  Insel freut das, denn vom festlandigen Regen der letzten Wochen, haben wir hier oben nichts mitbekommen. Die Kornblumen wachsen, die Haut ist braun, die Wiesen schon verbrannt. Aber auch das hat nichts mit Andalusien zu tun, sondern eigentlich sollte es um Handwerker gehen. Um Leute wie den Gartenbauer, der sich „Montag“ melden wollte, um über den Preis der geplanten Maßnahmen zu sprechen. Wie fast alle Handwerker, die wir in den letzten vier Jahren kennen lernen durften, sagte er nicht dazu, welchen Montag er meinte. Der, von dem wir ausgegangen waren, ist nun bereits vier Wochen her und also wird es der Gartenbauer vom Festland erledigen. Aber das ist nur ein Beispiel von Vielen und dazu fehlt der Schreiberin nun die Geduld, denn es ist spät.

Eigentlich sollte es auch mal einen irrsinnig witzigen und zugleich melancholischen Text über die Wechseljahre geben, appetitlich natürlich. Aber auch dazu fehlt der Schreiberin die Geduld und andere – die jetzt unbedingt verlinkt werden müssen – können das viel besser. Trotzdem muss hier wenigstens in aller Kürze angemerkt werden, dass die Schreiberin nur einen wirklich großen Nachteil dieser Lebensphase erkennen konnte: Aus unerfindlichen Gründen (oder 25 Jahren stehender Tätigkeit) sind die Füße langsam kaputt gegangen und die zwei Schmerzensreichen (wie sie nun heißen) führen nach längerem Sitzen zu einem hässlichen Watschelgang, verunmöglichen die geliebten High Heels und vor allem aber: Flamenco geht nicht mehr. Tanzen überhaupt…. nur noch in Gummistiefeln im Regen. Nun gut…. auch hierzu fehlt der Schreiberin nun die Geduld, denn es ist spät.

Und natürlich sollten mal wieder gehaltvolle Texte zu unbekannten Themen erscheinen, aber die Schreiberin hat es vorgezogen den Abend im Gesichtsbuchs des jungen Milliardärs zu verdaddeln und zwei geschlagene Stunden sich durch mehr oder weniger dämliche Videos zu klicken. Stattdessen hätte sie auch einen ordentlichen Text aus mir machen können.

Wurscht. Nein: Spinnengift. Das gibt’s morgen für das möchtegernwindige Fräulein von der herrlich netten Tierärztin. Und vom dem wirklich wahnsinnig attraktiven Schäfer , der sich zudem in allen Details über Schafe ausfragen lässt, muss dann ein anderes Mal berichtet werden.

fröschli

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