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und schnäbel, vöglen, meckern, tauschen sich über die Neuigkeiten aus. Z.B. über die grantelnden Gärtner, die sich unter der Schwüle wegducken und im Zeitlupentempo die neuen Wegplatten herumschleppen. Die römische Verlegung im Wildverband muss ich mittäglich aus dem Internet rausziehen, denn sie haben vergessen, wie das nochmal geht. Vermutlich hat die Sonne ihr Hirn ausgebrannt und glücklicherweise gewittert es am Abend, so dass ich hoffen darf, dass sie morgen etwas weiter voran kommen. Drei Mann haben heute ganze 27 qm in sechs Stunden geschafft. Vermutlich schnattern die Schwalben abendlich darüber und die alte Dame von nebenan erzählt uns, dass es jahrelang einen Schwalbenherrn gegeben habe, der in ihrem Schuppen jedes Jahr aufs neue ein Nest baute und dennoch alleine blieb. Es bleibt uns verborgen, ob er einfach kein Weibchen fand, oder ob er sich nicht zwischen all den Schönheiten entscheiden konnte.

Gestern noch hatte ich die Überschrift „wir bekommen Nachwuchs“ im Sinn. Aber heute schon hat das Gewitter den Rohbau des Spatzennestes aus dem Dachkennel gespült. Ihr Baugebiet fand ich eh etwas abenteuerlich und ich hoffe, sie finden eine coole Hecke. Vielleicht die Hecke, die neulich verbotenerweise geschnitten wurde und somit zwei Drosselkinder dem Himmel und (vermutlich) den Greifvögeln preis bot. Das Universum hat also was gut zu machen, und ich hoffe, die zwei spitzen Spatzen können ihre Brut demnächst dort großziehen.

Ein privates Gewitter zog ebenso über mich hinweg und wieder ist hinter her die Luft klar und rein, mein Adressbüchlein um einen Kontakt ärmer, meine Herz um einen nun freien Platz reicher geworden. Also habe ich mich mit dem Herzensmann in die Ostseefluten gestürzt, da gerade Zeit und keine Gäste und keine Quallen da waren und plötzlich stellte sich Urlaubsfeeling ein. Den Tag perfekt gemacht allerdings hat die kleine freche Fruchtfliege, die sich in mein abendliches Glas Rotwein stürzte. Sie hat mir erlaubt, sie mit den langen Fingernägeln (jetzt weiß ich wenigstens, wozu die gut sind) aus dem Glas zu fischen. Minutenlang kämpfte sie gegen einen Rausch, rieb sich Nase, Beinchen, Flügel und ich war selig, als sie nach einigen Minuten davon flog.

Ich bin dünnhäutig und ehrlich geworden. Das halten so Manche nicht gut aus, ich aber schon. Und weil ich dünnhäutig bin, erspare ich mir einen sicher sowieso nicht bahnbrechenden Beitrag zum Weltgeschehen, das können andere besser und mich zieht das derbe runter. Ich habe aber beschlossen, den Kopf oben zu halten und also kichere ich vergnügt, weil die Männer des Dorfes die Nachbarin und mich vermutlich gelyncht hätten, wenn sie gesehen hätten, wie wir ein Marderjunges den hungrigen Hunden abgejagt haben und es schimpfend und zischend davon hopsen sahen.

Verdutzte Rehe stehen in den abgemähten Rapsfeldern und sind ihres Schutzes beraubt. Junge Böcke üben Sprünge und die Traktoren lärmen bis in die Nacht. Es ist Erntezeit, Inselanien ist voll und täglich geht die Ponyparade mit kleinen Urlaubern durchs Dorf. Am Strand schaufelt ein Dreikäsehoch im Supermannkostüm den Sand weg. So muss Sisyphos auch mal angefangen haben, denke ich mir, wobei der alte Grieche natürlich gestraft wurde, während der kleine Supermann noch davon ausgeht, den Strand entsanden zu können.

sommerbabel

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