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flüstere ich dem Mann ins Ohr….. „lass uns einmal noch zum Sonnenuntergang gehen“. Die Weber fallen schon tot vom Himmel und die Wespen kriechen auf dem Boden nach Nirgendwo. Die Luft wird dunkler und die Abende kühl. Die Ostsee täuscht noch Wärme vor und Fasanenkinder rennen durchs Dorf, nicht ahnend, dass es bald ungemütlich wird.

Lass uns einmal noch in den Westen der Insel ziehen und abendlich Sommer spielen, so tun, als könnte alles ewig so bleiben, wie es gerade war. Die Bauern machen die Felder schon seit Tagen schwarz und bald werden Kohl und Kälte wachsen.

Die Nachbarin hat schon fast alle Auberginen geerntet und die streitenden Urlauber sind schon lange wieder in Arbeit und Schule. Die Alten haben die Holunderernte schon zu Hustensäften verarbeitet und erzählen Inselgeschichten. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass der Sommer zu fliehen versucht.

Die alte Magd sagt: „als wir fünfzehn waren, mussten wir zum Bauern zum Arbeiten. Neee neee neee… wir waren ja nicht dumm, aber was hätten wir tun sollen, hier gab es ja nichts. Neee neee neee… wie die Zit vergeit… „seufzt sie und erzählt, dass ganz ganz früher als sie noch klein war, der Donnerstag der „Bauernsonntag“ gewesen sei. Mit Kutschen und Pferden sind sie in die Stadt zum alten Heiner, dessen Nachkommen heute eines der wenigen Hotels auf der Insel haben. In seiner Gaststube haben sie sich volllaufen lassen und sind nachts zurück in die Dörfer und die klugen Pferde fanden den Weg alleine. Sie bringt uns Tomaten und wir bedanken uns mit gelegentlichem Äpfel aufsammeln und einer kleinen Abendeinladung.

Lass uns einmal noch Sommer spielen….ich glaube der Winter wird hart.

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