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Lange schon habe ich keine Inselgeheimnisse mehr verraten und so möchte ich nun den Faden meiner Geheimnisverräterei mal wieder aufnehmen.

Das Leben auf einer Insel macht uns Menschen manchmal etwas merkwürdig. Die Versessenheit der insulanischen Nachbarn darauf, die Insel auf keinen Fall (nicht mal zum urlauben) zu verlassen, fand ich lange Zeit sehr merkwürdig. Zunehmend stelle ich jedoch fest, dass mich die Reiserei aufs Festland zunehmend anstrengt und ich die Tage zähle, bis ich das Meer wieder überqueren kann.

Aber ich will nicht lamentieren, denn ich bin grottenfroh, meine Brötchen nicht im Tourismus verdienen zu müssen, oder als Tagelöhnerin beim Bauern, so wie unsere Nachbarn es über viele Generationen taten. Stattdessen ziehe ich munter los, kleide mich wieder städtisch, benehme mich eloquent, parliere modern und gebe mich damenhaft. Mein Wochenende in Mainhatten erlaubt mir, Freundinnen zu treffen. Solche, die ich nie verlor und bei denen ich mich sofort angekommen fühle, auch wenn wir uns viele Monate nicht sahen. Und so laufen wir also den Fluss entlang, fotografieren entzückt die treibenden Eisschollen, lassen die Schickies im schicken Kneip‘chen an der neuen EZB hinter uns, betrachten nackte junge Männer, die in der Eiseskälte ihre Muskeln stählen und wandern in den Osthafen.

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Ich habe Sehnsucht nach Inselanien, nach Mann und Fräulein Möchtegernwindhund. Und also stapfen wir seufzend durch den Osthafen mit seiner Fischereizunft, den Sandbergen, dem Piratenboot und dem ersten frankfurter Schwimmclub mit seinem eigenen Badesee. Und eigentlich all das nur, weil ich unbedingt zur Insel will.

Denn ein bisschen Insel ist überall.

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