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und schaue vor mich hin, blicke über die Ländereien und stelle konsterniert fest, dass der Frühling nun doch kommt.

Gegenüber den Eltern im Maindörfli liegen wir hier oben temperatur- und floratechnisch gute vier Wochen zurück und dennoch hinkt mein Seelchen hinterher.

Ich habe mich eingerichtet in einem trüben Januarnebel. Frühmorgens verderbe ich mir bereits im Bett die Laune, indem ich am Handy die Schlagzeilen lese. Drei Stunden später führen sie zwar zu einem verzweifelten Heiterkeitsausbruch, aber mittags bereits schlage ich mir mit allerlei Selbstbeschimpfungen das Hirn zu Brei. Entgegen meiner sonstigen Gewohnheit, lasse ich hier gerade nicht die Gedanken frei fliegen, auf blühenden Bäumen sitzen oder in Elfenbehausungen Führungen veranstalten. Ich sitze dumpf im Sumpf und streite mit mir und der Welt.

Ich löse Schaften auf. Freundschaften, Kundschaften, Kollegenschaften…. und alles ohne Plan B.

Das Möchtergernwindhundfräulein löst sich auch zunehmend auf. Sie hat das Lachen verlernt und das innige Verhältnis zu Kaninchen gelöst. Der Hund, den ich immer anleinen musste, ob seines Jagdtriebes, schlurft gedankenverloren hinter mir her und lässt auch gerne mal eine Mahlzeit ausfallen. Bedenklich, wie die Welt zugrunde geht.

 

Mir ist heute nach Cascabeles Azules

Bevor ich mich im Grau vergründele, sollte ich vielleicht – bevor mir jemand eine neu erfundene Frühjahrsdepression anhängt – kurz davon berichten, wie unglaublich albern kichernd ich den ersten April verbracht habe:

Mutter und Mann erstaunten sich über Donald Trumps Rücktritt.

Die Freundin, die beim NaBu arbeitet, brachte ich in Fassungslosigkeit, ob des Serengeti-Parks, der am Nordstrand entstehen sollte. Die Liste zur Unterschrift dagegen, hielt ich bereit.

Den Mann der liebsten Freundin…. nun der, hat mich wieder begeistert. Dachte ich doch, ich würde seine Herren-Runde-Reise nach Andalusien mit der Ankündigung meines Kommens, zwecks Einweisung in die Regularien der Corrida, in tiefe Verzweiflung stürzen. Aber: Nein.! Er freute sich und war dann zutiefst betrübt, als er die Fälschung meiner Carteles erkannte, einfach weil meine Buchungs-IBAN als letzte Zahl die 1417 enthielt und der Auftritt meines Lieblingstorreros bereits zwei Monate vorher stattfand. So sagte ihm das das weltweite Netz.

Zwar bin ich seit 15 Jahren corrida-abstinent, aber ich habe den ersten April dennoch laut kichernd verbracht und mich ein bisschen nach alten Zeiten gesehnt. Ich kichere – also bin ich.

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