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scheint die Welt in Ordnung, während ich mit dem Froillein auf die Felder schaue. Im Dorf ist alles ruhig, fast als gäbe es keine Menschen, und wir genießen den friedvollen Moment, in dem die Sonne auftaucht und die vereisten Felder schimmern lässt. Die Vögel jubilieren, ich nehme einen tiefen Atemzug Glück und kraule struppiges Fell, schaue in braune Mandelaugen.

Um 10 vor 7 steht bereits die Dachdeckermannschaft grinsend vor der Tür, ich schmeiße den erschrockenen Mann aus dem Bett und lasse Kaffee aus dem Tamagotchi laufen.

Um 10 vor 8 haben die Nachbarinnen bereits die Wäsche zum Trocknen rausgehängt und ich mir in alter Gewohnheit die Laune durch Schlagzeilen verdorben.

Bisher hielt ich es immer für eine Tugend, stets informiert zu sein, die aktuellen Verwirrungen zu kennen und mir ein Bild zu machen. Nun überlege ich, ob es nicht reicht, wenn ich dies nur einmal wöchentlich tue. Despoten schießen wie Pilze aus dem Boden, Menschen schaffen ihre Freiheiten ab und überall scheint man der Globalisierung in einer globalen Welle des Zäune hoch ziehens entgegen wirken zu wollen.

Um 10 vor 9 werde ich ans Meer aufbrechen und mit dem geliebten Tier eine kleine Strandrunde machen, tief in unseren Gedankenaustausch versunken nach weiteren Rehen Ausschau halten.

Bock

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