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lärmen samstäglich die Nachbarn, weil es eine uralte Übereinkunft zu geben scheint, dass man sonntags Ruhe hält. Also laufen sämtliche Waschmaschinen, Wäschetrockner, Staubsauger, Rasenmäher, Gartenhäcksler und Rasentrimmer.

Unbeeindruckt von dem ganzen Lärm und Gewusel, fressen uns die Vögel die Körner vom Kopf. Täglich verfuttern sie 3 Liter aus verschiedenen, herumhängenden Häusern. Glücklicherweise haben wir seit fast zwei Jahren keinen Fernseher mehr und so schaue ich ihnen stundenlang zu. Sie balgen sich am Vogelhäuschen und die Grünfinken sind besonders frech. Sie reißen bedrohlich ihre Schnäbel weit auf und vergraulen so die Spatzen, Meisen und Bachstelzen. Die sitzen dann meist im Apfelbaum und warten, bis sie dran sind. Amseln, Drosseln und Hubertchens warten geduldig am Boden, auf Herabfallendes. Ein Jungspatz hat gleich im Futter gebadet, sich die Flügel geputzt und den Grünfink einfach ignoriert. So werde ich es künftig mit Maulaufreißern auch halten.

 

Auf Inselanien tobt das Rapsblütenfest und der Mann vertreibt dort seine selbst gedrechselten Stifte, direkt neben der Krönungsbühne. Er teilt sich ein Zelt mit anderen insulanischen Künstlern und besonders haben es mir die Werke einer älteren Dame angetan, die exakt aussieht, wie die sie begleitende andere ältere Dame. Beide tragen den zauberhaftesten Nachnamen der Welt und also halten wir sie zunächst für Schwestern bis sie den Irrtum strahlend aufklären und von ihrer Hochzeit vor einigen Jahren berichten. Ein spätes, aber strahlendes Glück.

Abendlich fragen wir uns kichernd bei einem kühlen Glas Wein, wieso es eigentlich keine Rapsblütenkönige gibt und keine Schützenköniginnen. Aber solange schwule Schützenkönige noch darum bangen müssen, ob ihr jeweiliger Verein ihnen gestattet, den Prinzgemahl mit aufs Foto zu stellen, solange werden merkwürdig anmutende Traditionen noch ein Weilchen überleben.

Zu später Stunde rezitieren wir lachend die honorige Liste der Gastkönigshäuser.

Rapsköniginnen

 

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