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liegen hinter uns. Wir feierten einen sechzigsten Hochzeitstag in der Nachbarschaft.

Ich lernte das Kränzen und werde nun aus Gründen der Privatsphäre hier keine Fotos dazu posten, aber es sah geil aus und die Kinder, die mein Alter haben, haben uns in die Familie aufgenommen.

Das windige Fräulein bekommt Herrenbesuch, der von Andalusien über meine rosenheimer Freundin bis hoch nach Inselanien fährt, um sie noch kennen zu lernen bzw. noch einmal zu sehen. Entgegen all meiner Befürchtungen (das windige Fräulein war nie gastfreundlich was andere Artgenossen angeht) erleben wir entspannte, geschmeidige Tage und schwimmen im Meer.

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Wir spielen im Supermarkt Fangen, scherzen mit der Fleischereifachverkäuferin über zu vergrabenden Schinken, irritieren einzelne Herren an der Kasse und werfen uns scherzend Beleidigungen an den Kopf, bevor wir die Fußnägel bunt streichen und sehr andalusisch mit Rotwein und dem männlichen Wäschemodel aufs Meer blicken. Fast schon habe ich das langsame Sterben des Fräuleins vergessen.

Morgens um sechs ist der Spaß vorbei und die Freundin tritt die Rückreise nach Bayern an. Schniefend wechsle ich die Bettwäsche, um sogleich wenig später, die teutonische Herzensfreundin mit den beiden Labradordamen zu empfangen.

Das windige Fräulein erkennt ihre Kindheitsfreundinnen nicht. Die Nieren vergiften das Gehirn und ratlos und stumm sieht sie dem Besuch entgegen. Der wiederum traut sich kaum ins Haus, weil er die Nichtbegrüßung nicht gewohnt ist und nicht verrechnen kann. Dennoch haben wir innige, entspannte Tage und der Abschied tut unendlich weh. Die Freundin mit den teutonischen Hundedamen wird bald schon zurückkehren. Vorsichtshalber herzen sie das windige Fräulein und wir weinen.

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Tagsdrauf packe ich die Koffer und kehre arbeitend aufs Festland zurück. Ich übe weiterhin Tapferkeit und tu so, als wenn fast nix wär. Ich lausche Jugendlichen in der S-Bahn von Bankfurt nach Sonstwo.  Erfahren klingt der 14jährige als er behauptet, vierzig Jahre im Krieg gewesen zu sein. Damals vor x-tausend Jahren, als die Feinde, die Leichen noch per Katapult zurück schickten. Da ich nicht von Wiedergeburt ausgehe, wird mir relativ schnell klar, dass die Jungs von Computerspielen sprechen und staunend bewundere ich die neben mir sitzende Klassenlehrerin, die sich freundlich ironisch über die Krankheitsrate der Zehntklässler in der Projektwoche wundert. Ich wundere mich auch über zunehmend vieles und stehe ratlos in meinem Leben herum.

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