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Die Tage fließen und ich lerne, wie langsam Sterben gehen kann. Meine Nerven beruhige ich mit Lebensmittelexperimenten, wie ich das Ausprobieren neuer Rezepte nenne. Ich konzentriere mich auf Thunfisch im grünen Tee, Ananas in Fischsauce, Parmesan im Keks und Knoblauch in roten Beeten. Das Dorf schüttelt den Kopf über das klapprige Methusalem’chen und fragt mich, wann ich endlich eine Spritze bereit halten will. Ich schüttle den Kopf. Es braucht keine Erlösung, wie man das so schön umschreibt. Ich werde das Methusalem’chen erst töten lassen, wenn es wirklich nach Erlösung ruft. Bis dahin blicken wir schweigend den Kaninchen hinterher und ich schicke meine Wünsche ins Universum, dass es das geliebte Tier einfach schlafend zu sich holen möge.

alles Liebe

Derweil kommt spontan der liebe, schon so lang nicht gesehene Freund mit der bezaubernden Tochter angefahren. Wir führen hochtrabend und lachend Spinnendialoge, essen ehrlichen Fisch und lösen ganz ohne Karma-Charger die Rätsel der Welt, indem wir sie für unlösbar halten.

„Leben ist ja halt auch Teil vom Leben“ resümiert der Freund und wir nicken stumm, am Weißwein nippend.

Die verliebte Malerin reicht mir ein blühendes „Sonnenkind“ zur Adoption an, das der Mann sogleich im Garten beheimatet. Der Löwenhund der Lieblichen entdeckt für sich die Schmackhaftigkeit der Blätter des Sonnenkindes und wird auf die Wiese vertrieben, wo er sich zufrieden schnarchend, mit dem im Auge behalten des Sonnenkindes begnügt.

Die Rosenhochzeit verbringen wir im liebestollen Café und wundern uns, wo die Zeit geblieben ist. Ich weiß es nicht und fast hielte ich sie für ein Hirngespinst, wenn mein Spiegelbild mich nicht vom Gegenteil überzeugte.

Röslein

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