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Im Dezember hat mir meine Freundin Carla grün geschenkt. Überhaupt hatte sie eine herrliche Idee. Da uns 1000 km trennen und sie mit mir ihren Geburtstag feiern wollte, hat sie beschlossen, mich zu beschenken. Also landeten in einem großen Paket: Restaurantführer, Stadtteilkrimi, Ferienwohnungsfotos und ein Flugticket an. Wir flogen in das warme, grüne und sonnige Barcelona, wo Barcelonesen gleichzeitig im Wintermantel (weil Dezember war) und im Bikini (weil es 26 Grad hatte) am Meer flanierten, wo grüne Papageienvögel die Altstadt in Klang verwandelten, wo wir den gesamten Krimi abliefen und uns ausschließlich von Tapas ernährten (auch wenn die in Andalusien natürlich tausendmal besser sind). Da ich die Stadt schon kannte, mussten wir keinerlei Touristenhotspots ansteuern, sondern konnten uns treiben lassen in Sonne, Erinnerungen (sie hat dort zwei Jahre gelebt) und „Mädchengesprächen“. Wir alberten den ganzen Tag herum und streckten die Gesichter ins warme gelb. Dass wir in der Altstadt von Barca nicht einen einzigen Hundehaufen fanden, erschien mir eigenartig. Andererseits war den ganzen Tag die Stadtreinigung unterwegs zum Straßen abspritzen, alle barcelonesischen Stadthunde trugen rote Tüten mit sich herum und als eine Boxerhünding dringend Pipi musste, hatte Frauchen sofort eine 1L Wasserflasche parat, um die Straße zu spülen. Die Frage, weshalb ausgerechnet wir Deutschen uns als sauber, pünktlich und ordentlich sehen, haben wir nicht klären können. Die Gruppe abendlicher Hare Krishnas, die singend durch unsere Straße ging und auch die kurz darauf erscheinenden Trommler mit den Tänzerinnen, haben uns wissen lassen, dass nicht alle Fragen Antworten benötigen.

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