1…. 2…. 3….

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im Sauseschritt ist La Palmita bei uns angekommen.

Glücklicherweise – so denke ich – habe ich noch einige Tage zu Hause, bevor ich wieder beruflich los düse und Mann und Palma alleine auf Inselanien lasse. Ich möchte die Tage mit dem armen kleinen Hündchen in aller Ruhe beginnen.

Das schwer traumatisierte Hündchen (Messie, Animal Hording, Schwangerschaften, Angsthund) zeigt bereits am ersten Tag was man erwartet hat. Um sie zu entspannen, haben wir das Haus verlassen und sind ins Nebengebäude gegangen. So tun wir das täglich und staunen, was in diesem Wesen steckt, wenn es sich alleine fühlt: Es steigt steile Stiegen, es klaut Parmesan vom Esstisch, es zerrt Turnschuhe auf den Sessel.

Palma trägt ein Sicherheitsgeschirr und ist dreifach gesichert. Sieht voll bescheuert aus, insbesondere bei so einem kleinen Hund. Wir üben….. Leine. Panik pur und ich lerne am ersten Tag, das ein kleiner zotteliger Feudel einen Meter hoch springt, um eine Schraube zu drehen, nur um zu fliehen und in den sicheren Tod zu gehen. Das Tier wird trotzdem dreimal am Tag an der Leine auf dem Popo rutschend in den Garten gezogen. Nasses und Festes geht trotzdem in die Bude….. wie sollte sie es auch anders wissen. Das wird noch Wochen dauern.

An Tag Zwei….. geht sie auf den eigenen Beinen an der Leine mit in den Garten. Sie findet es gruselig und weiterhin beobachten wir von draußen durch das Fenster was in ihr steckt, wenn sie sich alleine wähnt. Abendlich löst sie sich innerhalb von 20 Sekunden ……trotzdem nimmt sie Blickkontakt auf, frisst Leckereien aus der Hand, erkundet erneut den Esstisch und frisst den Rest nächtens, während wir schlafen.

Tag Drei…. hält neue Überraschungen bereit. Während die versteckte Kamera läuft, löst sie sich erstmalig im Garten, schnuppert, erkundet ihre neue Welt. Erstmalig frisst sie in unserem Beisein…., läuft uns im Haus hinterher und flitzt erst nach 2-3 Minuten in ihren Sessel. Dort schnarcht sie und träumt schwänzchenwedelnd. Palma ist angekommen und wir auch.

Schritte, die wir erst in Wochen angedacht hatten….. während der weltweite Wahnsinn weitergeht, geschehen hier in drei Tagen.schuhdieb

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Faustdicke Liebe….

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….auf den ersten Blick.

So wie Heide auf David-Bowie-Typen stand, dann aber Thorsten heiratete, so stand ich auf große, glatthaarige, windige und lustige Hunde.

Trauer dauert viele Jahre. Fünf Jahre hat es gebraucht, bis ich den Namen meines ersten früh verstorbenen Hundes aussprechen konnte, ohne in Tränen auszubrechen. Trotzdem zog nach zwei Monaten die Möchtegernwindige ein.

In vielen durchweinten Nächten, schaut man dann gelegentlich auf den einschlägigen Tierschutzseiten die armen Fellnasen an und findet alle rettens- und liebenswert. Sardische Hunde, Galgos, Podencos und schließlich Viszlas…. alles fein…. bis auf den Moment, in dem ich zwei wirklich traurige Augen anschaue.

Liebe auf den ersten Blick. Klein, zottelig, traumatisiert, ängstlich und deprimiert. Nicht mein Beuteschema….aber wo die Liebe halt hin fällt. Es folgen viele Anstrengungen, Tierschützer, Vorkontrollen, Fluginformationen und dann doch Autotransport.

Kurz vor der Abholung ein Seelenschaumbad (so würde die Freundin D. aus Ö. sagen), bei einer Freundin, die uns von vorne bis hinten verwöhnt und unsere Vorfreude und Aufregung teilt. Schließlich rasen wir mit dem 26 Stunden gereisten Messie-Opfer weitere fünf Stunden gen Inselanien. Das gerettete Mütterchen schaut, frisst, schläft…. wir sind selig und erleben am Folgetag sehr lustige Überraschungen…..

Endlich, gibt’s neue Hundefotos und die Möchtegernwindige hat alles abgenickt und mit ihrem Segen begleitet….. (Sie können jetzt von mir denken was Sie wollen, tun Sie eh…)

ankunft1

Liebe auf den ersten Blick….

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…..so muss das gewesen sein, als meine kürzlich verstorbene Freundin Heide vor zwanzig Jahren ihren Thorsten kennen lernte.

Heide war meine Freundin zu Studienzeiten und auch noch darüber hinaus. Sie war klein, gertenschlank und immer nur unglücklich verliebt in zarte Psychologiestudenten oder aber in androgyne Betriebswirtschaftler und Juristen, die Dawid Bowie hätten den Bruderkuss geben können. Am Ende war sie immer unglücklich und so kam die multiple Sklerose in ihr Leben. Wir alle – Mitte Zwanzig – waren geschockt. Als sie sich nach dem ersten üblen Schub erholt hatte, begann sie eine Ausbildung zur Familientherapeutin und lernte Thorsten kennen. Thorsten war nicht zart sondern laut, nicht androgyn sondern kräftig, nicht reflektiert sondern schlau und selbstverliebt. Ich mochte ihn nicht. Als erste Amtshandlung hat er unsere Freundschaft mit Erfolg hintertrieben. Er behauptete, dass ich während unseres Pizzeriabesuches mit ihm geflirtet hätte. Heide fand das auch und war mir böse. Ich habe Monate gebraucht, um herauszufinden, warum sie sich so zurückzog. Meine Geschichte ist eine andere. Ich war gerade aus Andalusien zurück, glühend, erzählend, und freundlich mit Thorsten, einfach weil er Heide, meine liebe Freundin glücklich machte.

Ich habe dann ehrliche Worte gefunden und Heide erklärt, warum ich so nett zu ihm war. Man könnte ihn mir noch in hundert Jahren, wenn Männer mal ausgestorben sind, um den Bauch binden, er war nie mein Fall….. wie also hätte ich mit ihm flirten können.

Heide akzeptierte meine Erklärung und also wurde alles wieder kurzfristig gut, bis zu ihrem nächsten, übernächsten und überübernächsten Schub. Thorsten wurde ihr liebevoller Pfleger, Heide konnte nicht mehr sprechen, nicht mehr alleine trinken, kaum noch atmen. Jeder Blick, jedes Seufzen musste von Thorsten übersetzt werden. Das ging für mich irgendwann nicht mehr, weil ich mit seiner Besserwisserei nicht mehr klar kam.

Nun, zehn Jahre später, habe ich mit Thorsten telefoniert. Er hat sich dann scheiden lassen vor einigen Jahren, weil auch die Familie alles besser wusste und Heide zerrieben wurde, zwischen all den alleswissenden Ärzten, der Familie und dem Gatten. Jämmerlich ist sie im Hospiz erstickt. Von ihren 53 Jahren, waren 28 Jahre nur ein großes Leiden und Verschwinden. Das ist ungerecht, wie so vieles im Leben. Nichts ist gerecht und mich nerven die Leute, denen es eigentlich gut geht, die aber immerzu klagen darüber, dass das Leben ihnen gegenüber noch was schuldig sei.

Eigentlich wollte ich das alles gar nicht aufschreiben.

Eigentlich wollte ich einen lustigen Text schreiben über Beuteschema und Realität. Eigentlich wollte ich über große, glatthaarige und lustige Windhunde schreiben. Und darüber, wie mich kleine Äuglein, aus ängstlichen, kleinen, zotteligen Leibern anschauen, und ich mich dann in jemand anderes verliebe, als ich mich sonst je vierliebt hätte. Und so bin ich dann bei meiner verstorbenen Freundin Heide gelandet. Die mit dem un-androgynen Thorsten lange glücklich war und dennoch so früh verstarb.

Von dem anderen Thema, dann also ein andermal….

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Vorwärts…..(Rostparade 18)

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Da vorne, gleich hinter der Kurve liegt es, das neue Jahr.

Jahresrückblicke haben mir noch nie gelegen. Ein jedes Jahr war immer schon angefüllt mit Lachen, Glück und Trauer. Vermutlich wird auch das kommende Jahr mit allerlei Überraschungen angefüllt werden. Noch liegt es verborgen da links vor uns, um die Kurve. Auf gehts: vorwärts und viel Glück Euch allen da draußen!

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Am letzten Tag des Monats  folge ich mit Freude Frau Tonaris Rostparade. Bei Ihr sind alle relevanten Rostungen verlinkt🙂

Die Talsohle…..

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scheint mit dem kürzesten Tag des Jahres erreicht.

Alles, was ich im letzten Jahr nicht tun konnte, tue ich. Ich reise nicht nur beruflich, sondern auch privat. Ich besuche Freundinnen, die mich mütterlich und fröhlich umsorgen, bekochen und mit mir um das verlorene Möchtegernwindhundfräulein weinen. Viel Lachen und kein Tag ohne verzweifelte Tränen.

Ich wohne nicht nur nah am Wasser, ich habe auch nah an selbigem gebaut. Neben den verzweifelten Tränen gibt es auch Rührungstränen. Kunden schicken italienische Fresskörbe, mein alter frankfurter Freund aus Teutonien schickt mir Amethyste aus Brasilien und und Uruguay. Neue insulanische Freunde laden uns ein und wir singen nächtens beim HSV, der sich brav von der frankfurter Eintracht verkloppen lässt :-), die Perlenhymne.

Gleich werden wir Inselanien verlassen und zu den Eltern nach Frankfurt fahren. Im Maindörfli werden wir den frisch operierten, weltbesten Vater aus dem Krankenhaus entführen und auf ein gesundes und geschmeidiges neues Jahr hoffen.

Die Tage werden wieder länger, das Herz bald leichter……

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Unerkannt wollte ich bleiben,…

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…. als ich mich für die dörfliche Großparty zu Halloween als Steampunk verkleidete. Das gleiche Ziel hatten sich offenbar so einige aus dem Dörfli gesetzt und so erkannten wir einander nur an den Stimmen, während wir mit hochprozentigen Getränken durch aufgeschüttete Gräber wanderten, in Bäumen hängende Skelette streiften undin der Hand einen Hirnpudding hielten.

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Am Feuer fragte mich die Jungbäuerin nach unserem Hund…. Ich kann meine innere Ritterrüstung auf Knopfdruck aktivieren und vernünftig über das hohe erreichte Alter meines Herzenswesens parlieren. Nachts weine ich leise in die Kissen.

Die Jungbäuerin hat zwei kleine Kinder und eine gehörlose Hündin, die etwas zu kurz kommt. Diese gehörlose Hündin „hört“ hervorragend. Sie reagiert auf kleinste Handzeichen und zu meiner größten Verwunderung jagt sie nicht. Das kenne ich seit fast 14 Jahren überhaupt nicht, dass man mit einem großen Hund völlig entspannt an einer Gruppe Rehe vorbeilaufen kann. Ah….. Sie merken schon, die taube Hündin hat jetzt eine Spatziertante. Mich.

Vollen Spaß, man führt mich endlich wieder stundenlang aus und ich kann durchatmen, wenn ich auf Inselanien bin. Allerdings ist es ein arbeitsreicher Herbst, der mich gerade von ganz oben nach ganz unten führt. Anstrengend, aber auch schön.

Schreiben wollen….

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ist nicht Schreiben können. Nun, wo ich das Möchtegernwindhundfräulein töten ließ, weil das Unterlassen des Tötens auch eine Tierquälerei bedeutet hätte, versagen mir die Worte.

Dreizehneinhalb Jahre gemeinsames Leben. Sie hat so vieles mitgemacht und mit mir erlebt, durchlitten, gefreut, gefeiert und gereist. Nur wenn ich arbeitend unterwegs war, ist sie brav erst in die frankfurter „Pension Hundeglück“ eingezogen, wo die winderfahrene Gastgeberin alle in ihr Herz schloss und das Möchtegernwindhundfräulein besonders. Dann in den teutonischen Waldorfhundekindergarten, wo sie Freundschaft mit einer Wölfin schloss und die erfahrene Trainerin um die Pfote wickelte. Umzüge, Hochzeiten, Reisen, gemeinsames älter werden. Und dann hat sie mich plötzlich überholt. Das ewige wilde Hundekind wurde zur älteren Dame, zur Seniorin und dann zum Pflegefall.

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Ein Jahr ihres Lebens hätte ich geopfert, wenn sie hätte alleine gehen können. Dass der bevorstehende Abschied schon so lange unser Begleiter war, hat es nicht leichter gemacht. Ich dachte eigentlich, dass wenn ich die wunderbare Tierdoc anrufe, um die Spritze ins Herz zu erbitten, dass dann mein Herz mit stehen bliebe.

Es schlägt noch. Meistens rast es, oder holpert. Tapfer reise ich arbeitend durch die Republik und weine abendlich in Hotelkissen. Ich gebe mich tapfer und abgebrüht, lustig, charmant und stimme schulterzuckend irgendwelchen Kalenderblättern irgendwelcher Leute zu. Mein Puls tobt, so wie alles in mir tobt, während ich äußerlich ruhig und vernünftig erscheine. Mimikri.

Und ich lerne.

Ich lerne Freundinnen neu kennen. Ich besuche eine mir verbundene fremde Frau, die mir liebevoll ihren Hund in die Hand drückt, mit mir weint und mich sehr berührt. Ich erfahre Nichtssagendes von vermeintlich guten alten Freunden. Billigen Trost, sicher aus eigener Hilflosigkeit, die doch unser Nichtmehrverbundensein laut und deutlich wie eine Kreissäge klingen lässt. Ich lerne die lustige ausgewanderte Freundin ganz neu kennen, als sie mich und das bereits sterbende Hundchen besucht und mir nun bayrische Survival-Päckchen mit Asiafood und Lebkuchenherzen schickt. Ich blicke in de Tränen von engen Freundinnen und ich bekomme Anfragen von entfernten Freunden, ob ich nicht jetzt rumänische oder portugiesische arme Pelznasen adoptieren könnte.

Abends zünde ich die Kerze an und starre auf die kleine Asche-Box, schnuppere am abgelegten Halsband und lasse die hündische Halskette durch meine Hände läufen.

Und dann kommt Post aus Vienna. Ein kleiner Giovanni sucht dringend ein neues zu Hause. Eigentlich handelt es sich um einen Flüchtling aus Ostwestfalen, der viel zu lange am Herrmann ausgehalten hat, nur um zu schauen, ob der olle Herrmann auch nochmal den Arm mit dem Schwert wechselt. Die wienerische Angestellte persischer Prinzen wollte meinem Schmerz etwas entgegensetzen, hat die deutsche Windhundhilfe um Unterstützung gebeten und so Giovannis Flucht organisiert. Eigentlich heißt er Jupp Schulte-Brömmelkamp. Das mag für OWL in Ordnung sein, aber für einen geflohenen Galgo ist das ein bisschen grenzwertig und weil er so reisefreudig ist wie ich, wird er vermutlich auf José hören.

Wenigstens gibt’s jetzt neue Fotos vom Hund.

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Das Liebste mussten wir weg geben….

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auf die Art, die ich um jeden Preis vermeiden wollte. Und dann war der Preis doch zu hoch und wir standen am Feld, die Nasen in die Sonne gestreckt und ich flüsterte meinem Herzenswesen zu, dass unsere Wege sich nun trennen würden.

Dann rief ich die herzallerliebste Tierdoc, gab meiner herzallerliebsten Seelenfreundin Beruhigungstabletten und sah, wie sie gleich danieder sank.

Autopilot. Durchhalten und das eigene Herz weiter schlagen lassen, während ihres die tödliche Spritze bekam.

Aus der Seniorenresidenz wurde die Pflegestation und nun die Palliativstation.

Die Beine, die Nieren, der Rücken, die Zähne, die Haut…. alles versagte….. nur das starke Herz nicht.

Zu viele Kilometer, zu viel Rennerei, zu viel Windhundrennbahn …..und unendlich viel Lebensfreude haben das Herz gestärkt…. und der alte Rest konnte nicht mithalten.

Vieles ging im letzten Jahr nicht mehr…… und doch ging Fürsorge, Lachen, Fotos machen.

Nun geht nichts mehr.

Ich habe meine Seelenfreundin töten lassen und doch hätte der Ausweg „Quälerei“ geheißen.

Nun schreie ich den Mond an. Ich will sie zurück.

Und habe so viele Wochen den Stimmen im Dorf nicht zugehört, die von mir Spritzen, „Gehen-lassen“ und anderen Unsinn verlangten. Habe Augen rollend die Angebote der ländlichen Wunderheiler ausgeschlagen, weil es gegen Alter keine Wunder gibt. Habe ins Universum geflüstert und um Herzschwächeln gebeten.

Am Ende kommt die Tierdoc und bringt mir zum Töten ein Rosmarin-Sträusschen mit weißen kleinen Blumen.

Sie wusste nicht, dass Meertau „Rosmarin“ bedeutet. Sie kennt die alten und neuen Blogs nicht. Sie wusste nicht, dass Rosmarin „Romero“ bedeutet und dass die andalusischen Zigeuner ein Rosmarinsträußchen am Revers tragen. Sie wusste nichts von meiner andalusischen Zeit, vom Romero im Großvater und in der Seelenfreundin, und brachte dennoch Rosmarin.

Das tröstet mich, während ich schreie. Ebenso wie mich liebe Zeilen von Freunden trösten. Kurzfristig.

Die Tierdoc hat etwas Schönes gesagt, nämlich dass man eine so schöne und lange Zeit miteinander hatte, macht den Abschied nicht leichter. Im Gegenteil.

rosmarin

 

Das Rad der Zeit….. (Rostparade 17)

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…ist ein nimmermüdes, ewig laufendes, tapferes Dingelchen.

Es rennt, stolpert und schleicht durch unser aller Leben und wir betrachten es mit Staunen, Freude oder auch Ärger. Diesjährig im August nun geschah es, dass das Rad der Zeit eine kleine Pause benötigte. Es übergab seine Aufgaben dem Zahn der Zeit und rollte müde nach Inselanien. Dort hat es einen Freund gefunden, an dem es sich in Ruhe anlehnen kann, während es sich eine frische Brise um die Narbe wehen lässt und verträumt aufs Meer schaut.

rost august

 

 

Am letzten Tag des Monats (und manchmal auch erst am Tag darauf) folge ich mit Freude Frau Tonaris Rostparade. Bei Ihr sind alle relevanten Ver-Rostungen verlinkt🙂

Eat Pray Love

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Die Tage fließen und ich lerne, wie langsam Sterben gehen kann. Meine Nerven beruhige ich mit Lebensmittelexperimenten, wie ich das Ausprobieren neuer Rezepte nenne. Ich konzentriere mich auf Thunfisch im grünen Tee, Ananas in Fischsauce, Parmesan im Keks und Knoblauch in roten Beeten. Das Dorf schüttelt den Kopf über das klapprige Methusalem’chen und fragt mich, wann ich endlich eine Spritze bereit halten will. Ich schüttle den Kopf. Es braucht keine Erlösung, wie man das so schön umschreibt. Ich werde das Methusalem’chen erst töten lassen, wenn es wirklich nach Erlösung ruft. Bis dahin blicken wir schweigend den Kaninchen hinterher und ich schicke meine Wünsche ins Universum, dass es das geliebte Tier einfach schlafend zu sich holen möge.

alles Liebe

Derweil kommt spontan der liebe, schon so lang nicht gesehene Freund mit der bezaubernden Tochter angefahren. Wir führen hochtrabend und lachend Spinnendialoge, essen ehrlichen Fisch und lösen ganz ohne Karma-Charger die Rätsel der Welt, indem wir sie für unlösbar halten.

„Leben ist ja halt auch Teil vom Leben“ resümiert der Freund und wir nicken stumm, am Weißwein nippend.

Die verliebte Malerin reicht mir ein blühendes „Sonnenkind“ zur Adoption an, das der Mann sogleich im Garten beheimatet. Der Löwenhund der Lieblichen entdeckt für sich die Schmackhaftigkeit der Blätter des Sonnenkindes und wird auf die Wiese vertrieben, wo er sich zufrieden schnarchend, mit dem im Auge behalten des Sonnenkindes begnügt.

Die Rosenhochzeit verbringen wir im liebestollen Café und wundern uns, wo die Zeit geblieben ist. Ich weiß es nicht und fast hielte ich sie für ein Hirngespinst, wenn mein Spiegelbild mich nicht vom Gegenteil überzeugte.

Röslein