Ich muss mal…..

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sagen, dass meine vermeintliche Sommerfrische schon lange anzudauern scheint. Fakt aber ist, dass meine vermeintliche Sommerfrische eigentlich nur knappe vier Tage mit der herzlieben teutonischen Freundin dauerte. In diesen Tagen ölten drei ältere Hundedamen, die sich schon ewig kennen, durch die Felder und wir zweibeinigen Damen taten in aller Ruhe so, als lägen keine 400 Kilometer zwischen uns und als könnten wir immer täglich so weiter machen, wie wir bisher täglich miteinander taten. Wunderschön war das.

Dann durfte ich kurz arbeitend nach Duisburg und anschließend gab es einen weiteren Besuch einer anderen lieben teutonischen Freundin, mit allerlei veganem Gekoche und saftigem Gelächter. Kurz hernach jedoch wurde es wirklich ernst:

Seit vier Jahren wollten wir zum Abschluss der Bauarbeiten am Inselhäuschen, endlich die Nachbarn einladen. Im ersten Jahr sollten nur neue Tapeten drauf, um sogleich das Häuschen in die Vermietung zu geben. Im zweiten Jahr steckten wir bereits in einer Kernsanierung. Im dritten Jahr entschieden wir uns, nicht zu vermieten sondern selbst drin zu wohnen. Im vierten Jahren wurde der alte Schweinestall, die Zentrale der Wleltherrschaft, abgerissen und von herrlichen Zimmermännern neu erbaut. Nun, nachdem wir hier fest wohnen, hat endlich ein Gartenbauer noch den Hof neu gepflastert und den Acker geschönt. Also luden wir die Nachbarn ein. Aber wer sind die Nachbarn? – fragten wir uns. Links ja, rechts äh….schwer, rechtsrechts …. eher schwer, rechtsrechtsrechtsrechts…. auf jeden Fall…. und gegenüber sowieso… und ganz am Ende von Dorf auch…. Also wo mag die Grenze liegen, wenn man sich die Nachbarn einladen möchte?

Am Ende des Tages hatte ich allen 56 Hausnummern mitsamt ihren ca. 70 Anwohnern die Einladungen ins Postkästchen geworfen. Es folgten die üblichen Logistiken: Zelt, Biertische, Zapfanlage fürs Bier, Bionade etc. für die Dorfkids, Cateringservice uswuswusw.

Am strahlenden Freitag rückten dann 50 Dorfbewohner an und natürlich die Zimmermänner, Maler, Maurer undsoweiter. Herrlich war das: sie brachten Blumen, Sträucher, Getränke, ausgeräumte Gemüsebeete und unendlich viel Herzlichkeit und Gelächter bis in den frühen Morgen.

Immer schon haben wir Sommerfeste gefeiert und obwohl dies unsere erste Party war, zu der nächtens nicht die Polizei kam, war es wunderschön. Drei Tage Aufräumarbeiten und neuer Besuch lassen meine letzen Urlaubstage zusammenschrumpfen. Montag geht’s wieder los. Aber schön war es!

männeken

(es handelt sicher hierbei um das Gastgeschenk der Zimmerleute. Ein „kleiner Pisskerl“ der in die Regenrinne einzubauen ist. Er überragt mich um zwei Köpfe und wir müssen eine kindersichere Örtlichkeit finden, damit wir keinen Ärger kriegen…. ist ja auch alles bissi modern selbst hier auf Inselanien)

Sommerfrische

Das möchtegernwindige Tier hat Besuch aus Teutonien. Die älteren Damen kennen und lieben sich nun schon seit über zehn Jahren und toben nun durch Felder und Dünen.

Meine Wenigkeit hat ebenso Besuch aus Teutonien. Auch wir Freundinnen kennen uns seit über zehn Jahren und benötigen ein paar Tage für uns.

Daher ist hier eine kleine Sommerpause🙂hund im korn

„Roooooooooooooooootkäppchen“….

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hat er immer laut geschrien, der Bademeister.

„Rotkäppchen….rein ins Wasser!“

„Rooootkäppchen… hol Luft wenn Du schwimmst, sonst säufst Du ab“

Ellie hatte Angst vorm Wasser und noch vielmehr Angst vor dem Bademeister.

Sie hat immer extra lange geduscht und hätte sich in den Kabinen des Schwimmbades versteckt, wenn nur die Großmutter sie nicht immer zum Schwimmunterricht begleitet hätte.

„Komm Ellie, alle warten. Zieh Deine Badekappe“ auf…. raunzte die Großmutter dienstags und donnerstags und Ellie zog sich dann den Korkgürtel um und ergab sich fallend ins gechlorte Wasser.

„Roooooooooootkäppchen…. Atme!!“ schrie der Bademeister und fand sich dabei hochwitzig, während er immer zur Großmutter schaute und diese ihm dann ein verschämtes Lächeln schenkte. Die Großmutter war es nicht gewohnt, dass ein fremder Mann nach ihr schaute und so lächelte sie also leicht verschämt, während Ellie davon ausging, dass die Großmutter sich ihretwegen schämte. Und also holte sie Luft und schwamm.

Für die Großmutter lernte sie, gleichzeitig Schwimmbewegungen auszuführen und zu atmen. Dies war wirklich schwierig, denn eigentlich konnte sich Ellie immer nur auf eine Sache konzentrieren. Entweder Schwimmbewegungen machen oder atmen. Viele Liter gechlorten Wasser shat Ellie geschluckt und wieder ausgespuckt, bis sie endlich diese zwei Dinge gleichzeitig tun konnte. Und in diesem Moment konnte sie es selbst kaum fassen, schwamm fast zwei Bahnen ohne Erstickungsanfall und als sie den Kopf aus dem Wasser streckte, um Großmutters Blick zu erhaschen, fand sie diese in ein vertrautes Gespräch mit dem Bademeister vertieft.

An diesem Tag gellte sein „Rooootkäppchen“ nicht durch das Schwimmbad und Ellie beschloss, so lange zu schwimmen, bis die Großmutter sie bemerkte. Dies dauerte noch weitere drei Wochen und als es dann der Großmutter endlich aufgefallen war, dass Ellie gar nicht mehr absoff und spuckte, kaufte sie ihr ein großes Eis und schlug ihr vor, in den Schwimmclub einzutreten.

So schwamm Ellie Woche für Woche, Monate und Jahre, immer schneller und kraulend, um der Großmutter nicht bei ihrem Schwatz mit dem Bademeister zusehen zu müssen. Ellies Schwimmtrainer stand nun am Rand und schrie….“Rooooooooooooooootkäppchen…..gib Gas!“ Und also gab Ellie Gas und wuchs zu einem durchtrainierten, schnell schwimmenden Mädchen heran. Sie tauschte ihre rote Badekappe gegen eine weiße ein, ohne dass ihr Schwimmtrainer dies bemerkt hätte. Der mäkelte nun an Ellies hüftlangem Haar herum: „Rotkäppchen…. schneid‘ endlich die Zöpfe ab, die machen Dich so lahm“. Aber sie schnitt ihre lange Mähne nicht ab, sondern stopfte sie unter immer größer werdende Badekappen.

Bis zu den deutschen Jugendmeisterschaften wechselte Ellie die Badekappen und behielt den schreienden Trainer, die hüftlangen Haare und den Rotkäppchen-Namen. Die Großmutter ging schon lange nicht mehr mit zu Ellies Wettkämpfen, seit der alte Bademeister einem Fahrradunfall erlegen war und Ellie schwamm an gegen das Geschrei des Trainers, der vom Beckenrand aus ihre Zöpfe verfluchte. Im letzten Wettkampf, bevor Ellie in das Kader der Nationaljugend aufgenommen werden sollte, allerdings geschah etwas Unvorhergesehens.

In der Hälfte der letzen Bahn verlor Ellie ihre Badekappe und sie konnte an nichts anderes denken, als daran, ihre Badekappe wieder zu bekommen. Sie wollte das Geschrei wegen ihrer Zöpfe nicht hören und sie vergaß den großen Wettkampf. Inmitten ihrer kraulenden Konkurrenz tanzte die verlorene Badekappe aus der Reihe und schaukelte quer über die Wellen durch das Becken. Ellie schwamm einfach hinter ihrer Badekappe her.

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Glaube Liebe Hoffnung… (Rostparade 11)

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Diese Rostparade widme ich einem lieben blogenden Wegbegleiter und Freund, an dessen Hochzeit ich nur allzu gerne teilgenommen hätte, wenn nur nicht einige Widrigkeiten dies verhindert hätten.

Dem Universum hat es gefallen, zwei wirklich bezaubernde, kluge, schöne, geistreiche, seelenvolle und kichernde Menschen zusammen zu führen. Ach was hätte ich so gerne die peinliche Freundin gegeben, die in der hintersten Reihe heftig vor Rührung schluchzt, vor lauter Freude das Sektglas statt Reis wirft und die sich barfüssig mit den letzten Überlebenden von der Tanzfläche schleppt, während es dem frühen Morgen bei ihrem Anblick graut.

Konfetti, Glaube, Liebe, Hoffnung…..

Anker

Vierzehn Schwalben sitzen schwatzend auf dem Dach….

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und schnäbel, vöglen, meckern, tauschen sich über die Neuigkeiten aus. Z.B. über die grantelnden Gärtner, die sich unter der Schwüle wegducken und im Zeitlupentempo die neuen Wegplatten herumschleppen. Die römische Verlegung im Wildverband muss ich mittäglich aus dem Internet rausziehen, denn sie haben vergessen, wie das nochmal geht. Vermutlich hat die Sonne ihr Hirn ausgebrannt und glücklicherweise gewittert es am Abend, so dass ich hoffen darf, dass sie morgen etwas weiter voran kommen. Drei Mann haben heute ganze 27 qm in sechs Stunden geschafft. Vermutlich schnattern die Schwalben abendlich darüber und die alte Dame von nebenan erzählt uns, dass es jahrelang einen Schwalbenherrn gegeben habe, der in ihrem Schuppen jedes Jahr aufs neue ein Nest baute und dennoch alleine blieb. Es bleibt uns verborgen, ob er einfach kein Weibchen fand, oder ob er sich nicht zwischen all den Schönheiten entscheiden konnte.

Gestern noch hatte ich die Überschrift „wir bekommen Nachwuchs“ im Sinn. Aber heute schon hat das Gewitter den Rohbau des Spatzennestes aus dem Dachkennel gespült. Ihr Baugebiet fand ich eh etwas abenteuerlich und ich hoffe, sie finden eine coole Hecke. Vielleicht die Hecke, die neulich verbotenerweise geschnitten wurde und somit zwei Drosselkinder dem Himmel und (vermutlich) den Greifvögeln preis bot. Das Universum hat also was gut zu machen, und ich hoffe, die zwei spitzen Spatzen können ihre Brut demnächst dort großziehen.

Ein privates Gewitter zog ebenso über mich hinweg und wieder ist hinter her die Luft klar und rein, mein Adressbüchlein um einen Kontakt ärmer, meine Herz um einen nun freien Platz reicher geworden. Also habe ich mich mit dem Herzensmann in die Ostseefluten gestürzt, da gerade Zeit und keine Gäste und keine Quallen da waren und plötzlich stellte sich Urlaubsfeeling ein. Den Tag perfekt gemacht allerdings hat die kleine freche Fruchtfliege, die sich in mein abendliches Glas Rotwein stürzte. Sie hat mir erlaubt, sie mit den langen Fingernägeln (jetzt weiß ich wenigstens, wozu die gut sind) aus dem Glas zu fischen. Minutenlang kämpfte sie gegen einen Rausch, rieb sich Nase, Beinchen, Flügel und ich war selig, als sie nach einigen Minuten davon flog.

Ich bin dünnhäutig und ehrlich geworden. Das halten so Manche nicht gut aus, ich aber schon. Und weil ich dünnhäutig bin, erspare ich mir einen sicher sowieso nicht bahnbrechenden Beitrag zum Weltgeschehen, das können andere besser und mich zieht das derbe runter. Ich habe aber beschlossen, den Kopf oben zu halten und also kichere ich vergnügt, weil die Männer des Dorfes die Nachbarin und mich vermutlich gelyncht hätten, wenn sie gesehen hätten, wie wir ein Marderjunges den hungrigen Hunden abgejagt haben und es schimpfend und zischend davon hopsen sahen.

Verdutzte Rehe stehen in den abgemähten Rapsfeldern und sind ihres Schutzes beraubt. Junge Böcke üben Sprünge und die Traktoren lärmen bis in die Nacht. Es ist Erntezeit, Inselanien ist voll und täglich geht die Ponyparade mit kleinen Urlaubern durchs Dorf. Am Strand schaufelt ein Dreikäsehoch im Supermannkostüm den Sand weg. So muss Sisyphos auch mal angefangen haben, denke ich mir, wobei der alte Grieche natürlich gestraft wurde, während der kleine Supermann noch davon ausgeht, den Strand entsanden zu können.

sommerbabel

Vor Haustürgeschäften bin ich …

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… definitiv ebenso gefeit wie vor Kettenbriefen. Und weil ich aber doch die Prioritätenliste in den Urlaub geschickt habe, und aufgrund nachbarschaftlichen Wahnsinns der Ablenkung bedarf, nehme ich das liebevoll hingeworfene Award‘chen, der hoch geschätzten Nachbarin auf und mache mir so meine Gedanken zu den folgenden Fragen:

Ihre wichtigsten Lehrmeister?

Das waren eigentlich zwei ältere Psychologen und ein weniger Älterer. Der eine war gelernter Süssspeisenkoch und geflohener Österreicher, der einer der ersten Familientherapeuten Deutschlands war. Ein eigensinniger, klarer, selbstverliebter Kerl, der immer den Nerv traf und der mir die ersten Schritte nach dem Studium beigebracht hat. Dank ihm lernte ich den Bateson-Übersetzer und Luhmann – himself kennen. Mit ihm und seiner Frau fuhr ich jahrelang nach Andalusien….. aber das will ich hier nicht vertiefen. Dank ihm lernte ich, dass Feministinnen gelegentlich Männer sexuell belästigen.

Der zweite ältere Psychologe war ein internationaler Topverkäufer von japanischenMotorrädern und HighFigh-Produkten bevor er sich entschloss, zu studieren und anschließend bei Watzlawick-himself und Milton Erickson in Ausbildung ging. Mit ihm bin ich die ersten Businesstermine gefahren und habe gelernt, dass in den 90ern Führungskräfte immer Fotos der von ihnen geschiedenen Kinder in der Tasche hatten, was eine Entenpresse ist, wie man den Kurzschlaf macht und was Placeboforschung mit Aphrodisiaka und Hauterkrankungen zu tun hat.

Der dritte Psychologe konnte und kann die Chaosthe0rie und Synergetik rauf und runter. Dank ihm habe ich erkannt, dass die Musterbildung auf Muscheln den synergetischen Grundsätzen folgt, ich habe Heinz von Förster und Hermann Haken kennenlernen und lauschen dürfen. Geblieben ist mir die Leidenschaft für komplexe Systeme.

Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück?

Das ist nun wirklich nicht leicht zu beantworten, denn es ist alles und nichts. Irdisches Glück finde ich in den Armen des Liebsten, finde ich mit dem Hundefräulein am Meer im Winter (wenn alle anderen zu Hause auf dem Sofa sitzen), finde ich, wenn man mich lobt, finde ich in den Augen meiner Eltern, bei Abenden mit Freunden…. So wie es jedem vermutlich geht…. So geht’s auch mir und doch…. ist es einzigartiges, unwiederholbares und sekundeneinhaltendes Glück.

Wer oder was hätten Sie sein mögen?

Das ist eine wirklich schwierige Frage. Auf Anhieb: Ich…. ! Ich bin ich, will ich bleiben, will ich werden. Aber nach einigen Tests zu den eigenen Stärken weiß ich, dass eine meiner Tugenden und Stärken die Wissbegier und das Ideensammeln ist. Daher wäre ich auch gerne alle anderen gewesen. Für einen Tag im Leben wäre ich gerne all die großen Helden und Feiglinge, Schurken und Betrüger, Tagelöhner, Hochstapler, Mägde, Flöhe und Frösche mit Schluckauf gewesen.

Was ist für Sie das größte Unglück?

Das sehe ich täglich in den Nachrichten.

Ihre Lieblingsgestalt in der Geschichte?

Ganz klar: Robin Hood.

Ah… Sie meinen, es hätte ihn nicht gegeben? Nun, dass kann ich kaum glauben, denn ihn wollte ich immer heiraten und Märchenfiguren will man ja offensichtlich nicht heiraten. Also machen Sie sich bitte geschmeidig…. Es hat ihn sicher gegeben. Wer immer er auch war.

Wo möchten Sie leben?

Hier und Da. In mir flattern ein paar Gene eines ungarischen Stehgeigers, der ein Roma gewesen sein muss. Bin ich hier, will ich nach dort. Bin ich dort, will ich woanders hin und kaum mehr erfüllt mich mit innerer Unruhe als geschlossene Räume, als Möbel „für immer“, als nine-to-five, als „endgültig“.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einem Mann/einer Frau am meisten?

Nun, im Originalfragebogen der FAZ verbergen sich hier eigentlich zwei Fragen: wegen der Geschlechterdifferenz…. Sie wissen schon! Ich hab es aber nicht so mit Genderthemen und der vermeintlichen Geschlechterdifferenz und tatsächlich schätze ich bei beiden Geschlechtern die gleichen Tugenden gleichermaßen:

Interesse (weil Nicht-Wissen immer spannender ist, als eh schon alles wissen)

Mut (weil wir alle so sau gut aufgewachsen sind, dass wir uns nichts mehr trauen, und den  Zustand der Welt beklagen, als ihn mutig…. Ach was red‘ ich hier für einen unsäglichen Mist?)…. Also… Mut…. Weil er mir doch zuweilen irgendwie abhanden kommt.

Humor…. (das sagen hier jetzt fast alle…. Merkwürdig eigentlich. Aber bei der Frage nach dem irdischen Glück da oben, da habe ich ganz vergessen zu schreiben, dass Lachsalven und Bauchmuskelkater eindeutig dazu gehören).

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?

Ich entschuldige jeden Fehler leichten Herzens, für den sich jemand bei mir entschuldigt. Für Opferarien der Marke: ich kann nix dafür, ich hab es nicht so gemeint bla bla bla…. Kann ich mich nicht erwärmen. Und Sie brauchen jetzt nicht nachfragen…. Ich kann mich auch entschuldigen, wenn ich Bockmist verzapft habe.

Meine Lieblingsfarbe:

Da habe ich natürlich drei. Ich kann nicht anders. Weil ich ja auch mehrere Wohnorte brauche, mehrere Lebensmittelpunkte und einige Hochzeiten.

Also Perlmutt…. Damit möchte ich das Haus auskleiden, das Auto einspritzen, die Haare färben, die Lippen bemalen.

Also auch Gold…. Weil ich kein Silber vertrage.

Und auch: das undefinierbare Türkisgrün von Amseleiern.

Meine Lieblingsblume

Das Löwenmäulchen und alle stechenden Kakteen, die die Schöpfung so her gibt.

 

Ich bin müde….. das ist hier auf dem Land meist so. Vermutlich leide ich noch unter dem Stadt-Entzug. Deshalb habe ich mich nun beeilt mit den Fragen. Eigentlich müsste ich nun weitere Blogs nominieren, aber meine Physiologie macht gerade nicht mit und das Seelchen erinnert mich daran, dass ich logischerweise die hier Mitlesenden alle gleichermaßen aufregend und sympathisch finde (vermutlich…. Grinz). Bitte macht weiter, nehmt Euch diese Fragen oder erfindet neue…. Ich werde in der kommenden Woche am Handy mitlesen, wenn ich festlandig unterwegs bin.

skyline

 

Mir fehlen die Worte….

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und ich frage mich, wer uns verflucht haben könnte. Als Mensch, der Eskalationen meidet, finde ich mich mitten im Sturm und habe überhaupt keine Lust, das hier zu vertiefen. Der Nachbar dreht am Rad, der Bulli ist immer noch kaputt, mein Kunde hat Budgetsperre, die Hundenierchen werden zunehmend schlechter, der Gartenbaumeister hat nicht nur den Hollerbusch zerlegt, sondern auch meine aus Teutonien geretteten Hauswurze, mein bilanzierendes Großreinemachen im Freundeskreis lässt selbigen schrumpfen, die teutonische Freundin wundert sich ob meiner kurz gefassten Erzählung, dass RTL2 doch in Deutschland wohnt, das Dorf kondoliert mit Worten wie „ja ja….. der Vater war auch schon so“ und der Gegenübernachbar sagt: „weg atmen“. Das tue ich. Überhaupt werde ich gerade ein Musterbeispiel an Nachsicht und buddhistischer Gelassenheit.

Während ich nachmittäglich mit dem möchtegernwindigen Fräulein ums Dorf schleiche, weht das Seelchen der Mutter der frankfurter Freundin über die Felder. Frühmorgendlich noch war sie umringt von vier der fünf Kinder, die sie streichelten, scherzten, Kuchen für den Samstag androhten. Unansprechbar wie sie war, hat sie heimlich und innerlich beschlossen, dass dies nun der richtige Moment fürs Sterben sei. Wo mag sie jetzt sein?

Dass unsere Lebensuhren nur vorwärts dem Ende entgegen laufen, hat mir immer schon geholfen, meinen unruhigen Geist im Zaum zu halten und mich vor der Hysterie anderer Leute zu schützen. So unendlich Vieles ist vertane Lebenszeit. Drum räume ich immer mal wieder in mir auf (so ähnlich hat das mal der große Bernhard formuliert, das glaube ich jedenfalls….). Aber das Aufräumen ist schwer, denn mein unruhiger Geist hat zu viele Ideen. Ich habe fünf Konzepte für Fachbücher im Kopf, vier Konzepte für Romane, drei  Ideen für Produkte, eine Idee darüber, wohin mich der Kalender demnächst treiben wird und null Ideen, wie ich die alle priorisieren könnte, während ich ja meine freie Zeit am liebsten mit Hund am Meer und Mann im Gespräch…. verbringe. Vermutlich bin ich doch nicht so gut im Aufräumen in mir selbst und mache mir nur was vor. Aber wer sich nichts vormacht, der hat auch nichts vor sich.

aus2013

 

Wenn ich einen Satz wirklich nicht vertrage….

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so ist es dieser:…. „ich hab’s nicht so gemeint“.

Da ich – wie vermutlich alle Menschen – von mir auf andere schließe, kann ich den nicht akzeptieren, einfach weil ich immer meine was ich sage.

Die frühere Freundin, die über all meine Kommentare ob der Einseitigkeit unseres Kontakts hinweg lächelte und mir bekundete, dass sie schlecht in der „Pflege“ ihrer Freundschaften sei…. Nun… man kann über mich hinweglächeln, aber der „Pflege“ bedarf ich noch nicht.

Und einen Inselkoller habe ich, kaum, dass ich zurückgekehrt bin. Denn der Nachbar schäumt ob des Gartenbauers und will keinen Kontakt mehr, was er abendlich dann aber gar nicht so gemeint hat. Ist mir wurscht…. gesagt ist gesagt…. und ich habe gelernt, mich zu entspannen und kaum noch aufzuregen. Drum werde ich ihm weiterhin wohlgesonnen sein, aber halt mit viel innerer Distanz. Denn ich kann schlecht umgehen mit gesagt und nicht so gemeint.

The Gärtner himself wischt meine Bedenken und Ideen ob des Nachbarn (und weil ich gern PlanB hätte) hinweg. Das ginge nicht…. Blablabla…. Bevor er nur eine einzelne Sekunde über mein Anliegen nachdenkt. Zuvor hat ungefragt der Holunder dran glauben müssen, denn das sei eh Unkraut… und der Herzensmann, ausgerechnet der, erklärt mir, der Gärtner habe das sicher nicht so gemeint. Ich befinde mich mitten in drei miteinander eskalierenden Herren… und den Satz „schalt mal einen Gang runter“ nimmt man (Mann…. sollte ich eigentlich schreiben, aber ich hab es nicht so mit Gender-Themen) natürlich als Affront.

Ich hab’s nicht so gemeint…. Könnte ich jetzt sagen, um des lieben Friedens willen, aber ich hab es so gemeint.

Der Mensch im Allgemeinen, ich darf das jetzt so mal sagen, meint es so oder nicht so… oder:  dann halt zwar nicht so, aber eigentlich schon so.

Das Hotel, das der Kunde buchte, war schauderhaft und für unsere Zwecke denkbar ungeeignet. Zudem eine schlechte Werbung für den händeringenden Kunden. Servicepersonal wie aus einem Katalog für Urlaub im Knast… aber… ja….klar….die meinen das nicht so. Und alle anderen auch nicht so.

Die Bahn, möchte jetzt Vielfahrer am Sparpreis teilhaben lassen. Vielleicht meinen sie es gar nicht so, so wie auch der volgswagende Bauer es nicht so meinte mit den Abgaswerten und die Treter beim Fußball meinten es dann auch nicht so, wenn einer mit der gelben Karte droht. Erst treten, dann die Hände hoch reißen und sich beschweren, wenn’s einer für ernst nimmt. Mensch, war doch nicht so gemeint. Die Engländer …. meinten es natürlich auch nicht so, wobei es natürlich „die“ Engländer eigentlich so gar nicht gibt. Es sind ja halt viele und manche meinen es so, andere nicht so, und manche, die es so wählten, meinten es dann nicht so.

Ein Glück, dass im Operationssaal die Demokratie nicht taugt. Denn als Hannes am Tumor operiert werden sollte, sagten die Fünfe, man solle ihn wieder zu machen, während der Eine sagte, man solle es so probieren. Nun hat Hannes sein Leben zurück und wir hoffen mal, dass die Fünfe es eigentlich gar nicht so gemeint hatten, aber der Eine schon. Hätte der Eine es nicht so gemeint, aber die Fünfe schon, wäre Hannes ja nun bereits am Abgrund, während er so…. noch einige Jahre ein älterer Herr sein darf. Wo kämen wir also hin, wenn alle es so meinten, wie sie es sagten, oder es so sagten, wie sie es meinten?

Lediglich der IS und ich…. wir meinen es so….. was jetzt allerdings auch der völlig falsche Vergleich ist und: nein…. das habe ich jetzt so nicht gemeint!

Man könnte jetzt meinen, ich sei ein bisschen empfindlich. Nun, dies ist der zweite Satz, den ich nicht vertrage.

Einzig der Fuchs vor der Uni, der ein Kaninchen fing und  im Mäulchen trägt, meinte es so. Der Dschungel lebt und tröstet mich….

 

fuchs1

Landlust………….(Rostparade 10)

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Falls Dich mal der Hafer sticht,

Du meine schöne, dralle Deern,

so zöger nicht,

ich helf Dir gern.

RostJuni1

 

 

 

 

 

 

Ein Bett im Kornfeld will ich richten

für Dich mein schöner Engel,

da wollen wir einander sichten

und ich zeig Dir meinen starken Schwengel.

RostJuni3

Sei mutig laut und unvernünftig,

denn ich bin der Bauer, Du die Frau.

Seufze, tobe, schreie brünftig.

Ich mach den Eber, Du die Sau.

Such Du die Eier, ich die Pflaume,

die Weide machen wir zum Schweinestall,

und halt‘ Dich nicht im Zaume,

weil ich Dir dann so ganz verfall.

RostJuni2

 

 

 

Dies ist ein Beitrag zu Frau Tonaris Rostparade

Köfferchen zu packen…

ist meine leichteste Übung. Das geht RappZapp….. und doch….. fahre ich nicht leicht.

Damenschuhe eingepackt, Röcke, Blusen, Hals gewaschen, Schmuck angelegt. Ein Leben ohne Flipflops ist möglich aber sinnlos.flip

Natürlich vermisse ich Mann und Hund und natürlich bin ich in einer Woche wieder da. Ich habe mich lange gefragt, was es ist, was mir auf dem Festland fehlt. Es ist nicht das Meer, nicht die Ruhe, nicht die Dünen und auch nicht die Rehe.

Es fehlt mir der Wind.

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